Home
Verein
Vereinschronik
info
Downloads
Links
Gästebuch
Für Mitglieder
Impressum


aggression

aggression gehört zum leben. ohne aggression könnte kein lebewesen existieren.
es ist deshalb wichtig, zu hinterfragen, warum ein hund tut was er tut um herauszufinden, ob sein verhalten in bestimmten situationen völlig normal ist, oder ob er übers ziel hinausschießt.

dazu muss man die verschiedenen formen der aggression kennen.



angst- oder stressbedingte aggression

auf keinen fall darf man angstbedingtes aggressives verhalten bestrafen.
angstaggression kann durch alles mögliche ausgelöst werden. manchmal ist der anlass für uns menschen so klein, dass wir ihn gar nicht mitbekommen. für den hund, der oft auch noch an der leine hängt und dem angstauslösenden ereignis nicht entkommen kann, sieht es ganz anders aus - für ihn kann in diesem moment seine ganze welt zusammenbrechen.



(dominanzaggression)

dazu braucht der hund natürlich irgendwas / irgendwen, das / den er (situativ) dominieren kann.
dominanz ist keine charaktereigenschaft, sondern eine rein situationsbedingte momentaufnahme und sollte auch als solche gesehen werden.



frustaggression

wird durch unterforderung und / oder (ständige) langeweile ausgelöst.



konditionierte aggression (erlernte aggression)

kann durch alles mögliche hervorgerufen werden (beispiel briefträger weiter oben). der hund hat irgendwann mal gelernt, dass der briefträger durch bellen vertrieben werden kann. drum leben briefträger auch so gefährlich, wenn sie dann nicht gehen, sondern gar noch das grundstück betreten.

durch andauerndes strafen (leinenruck, alphawurf, schnauzengriff, schimpfen oder gar schlagen) wird solch erlerntes aggressives verhalten oft erst ausgelöst und / oder sogar noch verschlimmert, weil der hund die ihm vom besitzer zugefügten schmerzen mit bestimmten situationen - z. b. anderen hunden verknüpfen.

beispiel:
hund sieht anderen hund, halter ruckt an der leine, schimpft / straft - hund wird jedes mal beim anblick eines anderen hundes mehr bellen und aggressiver reagieren - es entsteht ein teufelskreis aus verhalten und strafe, der erst einmal durchbrochen werden muss.



maternale (mütterliche) aggression

erklärt sich von selbst. ein weibliches tier, das seine Jungen verteidigt, kann sehr gefährlich werden.



nahrungsaggression

erklärt sich eigentlich von selber: nahrungsressourcen werden verteidigt.



schmerzassoziierte aggression

vor allem, wenn aggressionen plötzlich und unerwartet beobachtet werden, oder in bestimmten intervallen auftreten, sollte man sich fragen, ob eine erkrankung / verletzung dahinter stecken könnte.

eine generell erhöhte aggression nur am anfang der woche lässt z. b. vermuten, dass der hund am wochenende vielleicht überanstrengt worden ist. so kann z. b. ein rücken- oder hüftleiden durch vermehrten sport am samstag oder durch extrem lange wanderungen am sonntag dem hund schmerzen bereiten.

hunde mit rückenproblemen sollten generell nicht am halsband, sondern an einem geschirr geführt werden, da jeder ruck am hals - egal ob unabsichtlich oder gewollt die rückenschmerzen verschlimmert, was dann natürlich nicht besonders zur friedfertigkeit beiträgt. ein nicht unbedeutender teil von hunden mit nachgewiesenen rückenproblemen hat in seiner erziehung / ausbildung den leinenruck kennengelernt. leider muss man auch feststellen, dass ein halti für solche hunde nicht besonders gut geeignet ist, da auch hier zu sehr am kopf / hals manipuliert wird.

verschiedene andere erkrankungen, wie z. b. tumore, veränderungen des stoffwechsels können auch dazu führen, dass ein hund aggressiv reagiert. (einseitige) taubheit oder blindheit können z. b. bei plötzlichen berührungen angst auslösen usw.

man sollte immer zuerst vom tierarzt abklären lassen, ob eine erkrankung vorliegt, welche die ursache aggressiven verhaltens ist, erst dann sollte man an andere gründe denken.



sozial motivierte aggression

nähe zum Menschen, "eifersucht"



territoriale aggression

der garten, das grundstück, die wohnung, aber auch der eigene liegeplatz wird verteidigt.
ein schönes beispiel ist der briefträger, der angebellt wird.
er betritt einfach das fremde territorium. hinzu kommt, dass er - in den augen des hundes - durch das bellen vertrieben wird (siehe hierzu auch konditionierte aggression).



aggressives verhalten von hunden läuft meistens in form einer "treppe" ab (siehe auch hierzu "die treppe der eskalation"). der hund beginnt ganz unten und arbeitet sich langsam stufe für stufe nach oben, bis - in seinen augen - die gefahr vorüber ist. viele hunde haben jedoch durch fehlverhalten des menschen oder anderer hunde gelernt, dass sie mit dieser strategie keinen erfolg haben und überspringen die erfolglosen stufen gleich zu beginn um schneller das gewünschte resultat, nämlich das ende der bedrohung, zu erreichen.

achtung:
knurren an sich ist keine drohung, sondern es bedeutet einfach nur "ich will dich nicht beissen müssen". daher ist es eher kontraproduktiv, einem hund z. b. das knurren zu verbieten, da er womöglich dieses verhalten dann einfach aus seinem repertoire streicht und diese stufe der "treppe" auslässt, d. h. er wird schneller die zähne zeigen, drohen oder eventuell sogar "ohne vorwarnung" zubeissen. ist es ihm dagegen erlaubt zu knurren, können wir daran sehen, dass er überfordert ist und wir können ihn vielleicht noch aus der situation herausbringen.



alternative verhaltensweisen des menschen

  • vorausschauend handeln - immer versuchen, brenzliche situationen vor dem hund zu bemerken
  • den hund beobachten

  • beschwichtigungssignale beachten

  • abstand schaffen - evtl. barrieren zwischen den hund und der bedrohlichen situation aufbauen, sich    dazwischen stellen, sich abwenden und dem Hund damit gelegenheit geben "zu entkommen"

  • die aufmerksamkeit des hund auf sich ziehen (nicht ablenken, er sollte schon auch mal nach dem objekt,    das ihn beunruhigt, gucken dürfen) dadurch wird vermieden, dass er (sich) zu sehr fixiert
       ganz wichtig: auf jeden fall vermeiden, dass eine situation eskaliert

  • den hund aus der situation herausnehmen - je öfter er unerwünschtes, aggressives verhalten zeigen    kann, desto mehr wird er es perfektionieren (konditionierte aggression!, süchtigwerden nach    stresshormonen)

  • alternatives verhalten einüben