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equipment in der hundeerziehung

am mittwoch, 01.02.2006, war ich zum themenabend "equipment in der hundeerziehung. "richtiges" oder "falsches" equipment, vorstellung verschiedener erziehungshilfen, sinn und unsinn dieser hilfen."
referentin war Silvia Weber von der hundeschule best friends.

die referentin erläuterte zunächst, welche arten von halsbändern es gibt. sie unterschied dabei im wesentlichen zwischen sog. gesundheitswürgern (kettenhalsbändern), stachelhalsbändern und leder- und nylonhalsbändern. sie verwies dabei auf die tatsache, dass viele erkrankungen des hundes im halswirbelbereich durch halsbänder entstehen. deshalb sollte man grundsätzlich diesen bereich besonders schützen. immer besser als ein halsband ist ein geschirr. sollte das tragen eines geschirres aber aus verschiedenen gründen nicht möglich sein, dann sollte ein gutes halsband immer mindestens 1 1/2 mal so breit wie ein halswirbel sein.

Silvia Weber machte deutlich, dass kettenhalsbänder oder gar stachelhalsbänder in keinem fall geeignet sind. dennoch gelangen sie immer noch zum einsatz, insbesondere bei hunden, die ziehen.
anstatt an der leinenführigkeit zu arbeiten, machen einige halter es sich einfach und nutzen stattdessen solche hilfsmittel. jedoch wird mit der verwendung der meisten dieser hilfsmittel nur am symptom gearbeitet, aber nicht aber an der ursache des verhaltens.

dieses veranschaulichte Silvia Weber anhand eines beispiels:
ein kind lief mit einem 5 monate altem retriever an halsband und leine. der junghund erblickte einen anderen hund, der junge verlor die leine, lief hinterher, trat auf die am boden schleifende leine, und der junghund wurde mit dem kopf zurückgerissen. dabei schoben sich zwei halswirbel zusammen und der hund starb!

danach beschäftigte sich die referentin mit den verschiedenen arten von leinen.
hier unterschied sie in sog. kurzführer, moltonleinen, schleppleinen, flexileinen und leder- oder nylonleinen in unterschiedlichen längen.

beim kurzführer hat der hund kaum möglichkeiten nach links oder rechts zu schnüffeln, und oft wundert sich manche hundehalter dann, dass der hund an der leine zieht.

moltonleinen, das sind sog. retrieverleinen, die halsband und leine in einem sind, würgen den hund meist ohne stopp.

bei schleppleinen sollte man immer auf das material achten. es sollte sich nicht so voll wasser saugen können und naürlich auch nicht zu dünn sein. schnell hat man sonst nach einer "durchgerutschten leine" verbrannte hände. sie sollte eigentlich zur arbeit auch nicht länger als 10-12 meter sein. sonst wird sie zumindest in bewachsenem gelände sehr unhandlich.

flexileinen sollten nur in ausnahmefällen eingesetzt werden, denn zum einen lernt der hund an diesen leinen häufig erst recht das ziehen, und zum anderen sind schon viele unfälle durch diese leinen geschehen.

silvia weber empfiehlt 3-meter-leinen, mit denen der hund zu allen seiten ausreichend schnüffeln kann, aber mit denen man auch kleine übungen durchführen kann.
ringe und nieten sind an diesen leinen eher hinderlich. solche 3-meter-leinen sind recht günsting in weichem leder zu bekommen.

die referentin beschäftigte sich dann noch mit anderen hilfsmitteln wie den clicker, das halti, die discscheiben, das gentledog-geschirr, sprayhalsbänder, reizstromgeräte usw. sie bedauerte, dass man diese dinge in den feldern und parks bei hund und haltern immer häufiger sieht.

die schnelle methode ist für sie ganz klar nicht die favorisierte, nicht zuletzt, weil die medien in letzter zeit unreflektiert von all diesen "allheilmitteln" berichten.

uns teilnehmern der veranstaltung war klar, dass wir für uns und unsere hunde mit geschirr und leine, leckerchen und kottüten ausreichend ausgestattet sind.
es gibt aber auch immer ausnahmefälle, in denen eine schleppleine, ein halti oder ein clicker angebracht scheinen. aber ansonsten kommt man mit wenig zubehör, viel liebe und zeit für die erziehung hin und kann eine menge geld sparen und seinem besten freund einiges an unannehmlichkeiten ersparen.

zu den sprayhalsbändern mit zitronenduft sei noch gesagt, das die hunde oft schleimhautentzündungen davon bekommen, und damit nicht an der ursache des problems, sondern nur am symptom gearbeitet wird.

wird einem hund, der aus angst bellt, ein solches halsband angelegt, so verschwindet nicht seine angst. er hört zwar mit dem bellen auf, wird aber die angst umleiten.
in einem solchen fall wurde aus einem kleinen kläffer ein hund, der "autoaggressiv" wurde und seine vorderpfoten zerbiss.

fazit für mich nach diesem interessanten vortrag von silvia weber ist, dass es traurig ist, wie wenig gedanken sich einige hundehalter machen. und leider gibt es sogar immer noch eine menge hundetrainer, die mit solchen hilfsmitteln arbeiten.


Quelle: http://www.collie-cocker-seite.de/