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diesen text habe ich in den unendlichen weiten des world wide web gefunden ...
... er könnte genausogut von mir sein ... ;)))




standpunkt


was unterscheidet mich von vielen anderen hundehaltern und trainern?

meine hunde sind meine sozialpartner, kein kindersatz, kein renommierobjekt und kein nutzvieh. sie haben bei mir vergleichsweise umfassende rechte. grundversorgung mit wasser, nahrung, bewegung und dem nötigen sozialkontakt ist wohl selbstverständlich. zudem haben sie das recht sich mitzuteilen, ihre bedürfnisse, ihre "wünsche", ihre stimmung, ihre gefühle zu zeigen - das schließt explizit unmutsäußerungen mit ein.

meine hunde dürfen theoretisch knurren, schnappen und zur not auch beißen. wie sonst sollen sie denn kundtun, dass sie sich gerade sehr unwohl fühlen? natürlich soll es erst gar nicht soweit kommen. warnhinweise gibt es zur genüge vorher. und ich als halter bin verpflichtet, schon diese wahrzunehmen und entsprechend zu reagieren - situation auflösen, den hunden beibringen, wie sie sich ohne offene aggression aus vergleichbaren situationen retten können oder ihnen zeigen, dass die situation doch eigentlich harmlos ist.

meine hunde haben nämlich auch ein recht auf sicherheit. diese ist auch ein hundliches grundbedürfnis. sicherheit, dass ich übel wenn irgendmöglich von ihnen fernhalte. sicherheit, dass sie nicht gezwungen werden, aggressiv zu reagieren. wer sich sicher fühlt, kann gelassen durchs leben gehen. um sich sicher zu fühlen, muss man wissen, wie das leben funktioniert, welche spielregeln gelten.

diese regeln zu lernen ist somit auch ein recht meiner hunde. also habe ich die pflicht, ihnen dabei zu helfen. ich bin der mensch, wir leben in menschlicher gesellschaft, diese gibt schon einen großen teil der regeln vor. also gebe ich auch die regeln in der mensch-hund-beziehung an.

die grundlegenste regel: meine hunde dürfen die freiheit anderer menschen und tiere nicht verletzen. nur kann ich ihnen das so nicht begreiflich machen. ich brauche verschiedene, für hunde verständliche regeln, um dies zu erreichen. menschen dürfen nicht gegen ihren willen verfolgt, verbellt, belästigt, gar gebissen werden. straßen dürfen nicht unerlaubt überquert werden, vieh und wild nicht gehetzt werden, spielzeug von kindern nicht geklaut werden...eine unendliche geschichte. und somit wieder nichts, was ich meinen hunden so leicht klar machen kann. natürlich hafte immer ich als halter für regelübertretung seitens meiner hunde. aber in vielen fällen zahlen auch sie die zeche, sei es durch verletzung, tod oder amtlich verordnete haltungsauflagen wie maulkorb oder leinenzwang. ich hätte also nicht ausreichend für ihre sicherheit gesorgt.

einfachste regel: bevor ein hund agiert, orientiert er sich an seinem führer und dieser erteilt die genehmigung oder versagt sie. damit das funktionieren kann, muss kommunikation stattfinden. es wird also deutlich, wie wichtig das recht auf kommunikation ist. im rahmen der kommunikation muss ich meine hunde bei beliebigen verhaltensweisen stoppen können oder andere verhaltensweisen auslösen können - ich muss signale dafür lehren. dies geschieht so positiv wie möglich mit so wenig negativen einwirkungen wie möglich. meine hunde haben es sich ja nicht ausgesucht, mit mir in dieser gesellschaft zu leben. ich habe kein recht, ihnen unnötig unangenehmes zuzufügen. ich muss mich also über lernen und lehren informieren, so ich nicht ein wirklich gutes "bauchgefühl" habe.

das leben ist aber nicht schwarz-weiß und klar vorgezeichnet. oft muss ich abwägen, welches das "kleinere übel" ist. ich muss entscheidungen treffen. dazu muss ich wissen, was passieren wird, was passieren kann, ich muss mögliche folgen abschätzen können, ich muss strategien für mögliche reaktionen, mögliche lösungen haben. - ich muss führen!

meine hunde haben also auch ein recht auf führung. gut führen will gelernt sein, es ist eine aufgabe. was macht einen guten führer aus? er ist selbstsicher und selbstbewußt, er ist ausgeglichen und ruhig, er steht eher über den dingen, er ist fair, er weiß, was zu tun ist, er gibt regeln vor und sorgt für ihre einhaltung ...

hunde brauchen diese klaren strukturen, damit ihr grundbedürfnis nach sicherheit befriedigt wird - dieses grundbedürfnis ist wichtiger als wasser oder futter!

der mensch muss lernen, seinen hund zu führen, wenn der hund sich harmonisch und problemlos in unseren alltag einfügen soll - ich unterstütze sie gerne dabei!

Anke Lehne


Quelle: http://www.cave-canes.de/Standpunkt/standpunkt.html