Home
Verein
Vereinschronik
info
Downloads
Links
Gästebuch
Für Mitglieder
Impressum

die variable bestärkung schützt ein verhalten sehr sicher vor seiner löschung
merksatz aus der verhaltenspsychologie (wissenschaftlich belegt)

in der erziehung kann die variable bestätigung / bestärkung deshalb der größte segen sein …
… aber auch der größte fluch …
… denn sie funktioniert immer …
… sie festigt erwünschtes verhalten …
… aber sie tut das gleiche auch bei unerwünschtem verhalten …
… bombenfest …



prinzip der variablen bestärkung

anfangs, wenn der hund das kommando noch nicht sicher beherrscht, wird jede richtige ausführung belohnt (bestätigt).
hat der hund das kommando richtig verknüpft, d. h. die übung wird immer sicher ausgeführt, egal an welchem ort man ist und egal wie viel ablenkung, geht man dazu über, nur noch variabel zu bestätigen. das bedeutet, der hund bekommt nicht mehr jedes mal eine belohnung, sondern nur jedes 3., 5. 2., 9. mal und zwar ohne für ihn erkennbare reihenfolge und voraussehbares system.

sinn des ganzen ist:
  • die übung wird für den hund spannender und er wird sich mehr anstrengen, folglich werden sich seine leistungen weiter verbessern.

  • belohnen wir über eine längere zeit immer wieder für die ausführung einer übung, die der hund schon kann und verstanden hat, lässt die genauigkeit seiner ausführung irgendwann nach. hier kommt dann der gute alte satz zum tragen: der hund tut das, was ihm in diesem moment mit dem geringsten aufwand an energie das meiste einbringt. der hund wird sozusagen schlampig und deutet die richtige ausführung irgendwann vielleicht nur noch gerade so an, weil er ja weiß, dass die belohnung gleich kommt.

  • es wird verständlicherweise irgendwann langweilig, wenn man ständig für etwas gelobt wird, von dem man weiß, dass man es gut kann. man muss sich nur vorstellen, man lernt gerade auto fahren. ein begeistertes lob für die ersten erfolgreichen versuche freut jeden, macht stolz und glücklich. wenn man allerdings schon erfolgreich in der lage ist einen rennwagen über den Nürburgring zu steuern, freut man sich über solche begeisterungsstürme wahrscheinlich nicht mehr, sondern denkt, man wird ver …

da hunde nicht viel anders sind, wird die belohnung für eine übung, die er gut beherrscht, nur noch unregelmäßig erfolgen. bleibt diese nun aus, ist der hund begreiflicherweise überrascht, da es doch bisher immer funktioniert hat. die wahrscheinlichkeit ist groß, dass der hund die übung nun überdeutlich ausführt, als wolle er sagen, "ich habs doch richtig gemacht, siehst du das nicht?"
in diesem moment kommt wieder die belohnung und schon haben wir eine leistungssteigerung erzielt. wenn der hund nie weiß, wann er die nächste belohnung bekommt, wird das ganze für ihn auch sehr viel spannender.

in büchern wird oft das beispiel vom süßigkeitenautomaten und dem einarmigen banditen zitiert.
die regelmäßige bestärkung ist, als werfe man geld in einen süßigkeitenautomaten und weiß, es kommt schokolade heraus. das ist weder besonders spannend noch erwähnenswert, es sei denn, man bekommt plötzlich keine schokolade - dann werden wir sehr schnell wütend, denn wir haben dafür bezahlt und werden versuchen, dem automaten mit klopfen oder gar tritten beizukommen.

die einarmigen banditen - oder auch das lottospiel - basiert hingegen auf dem prinzip der variablen bestärkung - man weiß nie, wann man gewinnt. es könnte immer beim nächsten mal die million herauskommen. das ist spannend, macht schnell süchtig und ist der beste beweis für die kraft der variablen bestärkung. hält man sich konsequent an die regeln, kann die variable bestätigung als größter motivator eingesetzt werden.



wie aber wird meist, ohne nachzudenken, mit belohnungen verfahren ?

hier ein beispiel:
man gibt leckerchen / spielzeug weil man meint dem hund etwas gutes zu tun oder zur begrüßung. kurz darauf entscheiden wir aber: "jetzt ist genug. mehr gibt es nicht"

der hund versteht diesen sinneswandel nicht und möchte mehr leckerchen / spielen, also schnuppert er weiter an der tasche, beißt vielleicht sogar hinein. meist passiert dann folgendes:

"ach, der hund ist ja so lieb"

also bekommt er doch noch ein leckerchen / spiel (er wird in seinem eigentlich negativen verhalten bestärkt d. h. er wird versuchen weiter zu betteln) oder aber er bekommt eins auf die nase, weil's dem menschen zu viel wird.

jetzt ist der hund aber total verwirrt. erst bekommt er was und auf einmal erhält er eine zurechtweisung für das, aus seiner sicht selbe verhalten.
wie soll er das verstehen?!