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informationen über Zeckenbisse bei Menschen und Hunden
(Stand 23.04.2008)
1. allgemeines
zecken und ihre meist vorkommende art - der holzbock - sind spinnentiere und gehören im engeren sinne zur gruppe der milben.
die parasiten saugen blut, lymphflüssigkeit und gewebebrei und können dabei krankheitserreger aufnehmen und auf menschen oder
andere tiere übertragen. meist stammen diese erreger von kleinen säugetieren, z.b. mäusen und igeln, oder vögeln, an denen
die zecken in ihren larvenstadien saugen. zecken, lauern meist an den spitzen von gräsern und krautigen pflanzen auf ihre
wirte. sie fallen somit nicht - wie häufig vermutet - von bäumen auf ihren wirt herab, sondern klettern vom boden auf ihn.
die blutmahlzeit wird während des larvenstadiums und zwischen den eiablagen aufgenommen. dabei können sie ihre körpermasse
um das bis zu 200fache erhöhen, überstehen dafür aber auch längere hungerzeiten, die bis zu zwei jahren dauern können.
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einzelne arten haben eine lebenserwartung von bis zu 15 jahren! |
2. krankheiten beim menschen
2.1 borreliose
die lyme-borreliose ist die häufigste durch zecken auf den menschen übertragene erkrankung der nördlichen erdhalbkugel.
die erkrankung wird durch schraubenförmige bakterien hervorgerufen und kann verschiedene organe und systeme des körpers
befallen. beschwerden betreffen die haut, aber auch das nervensystem, große gelenke, das herz und in seltenen fällen die
augen. bei 50 - 90 % der erkrankten erkennt man ein frühes stadium der Borreliose an einer wachsenden rötung der haut im
bereich des zeckenstichs. diese rötung kann über den körper wandern und wird deshalb als wanderröte bezeichnet. außerdem
kann es zu flüssigkeitseinlagerungen in der haut, besonders am ohrläppchen, an der brustwarze oder im nackenbereich kommen.
bereits wenige tage nach der infektion können grippeähnliche symptome auftreten. noch monate bis jahre nach dem beginn kann
es zu unterschiedlichen beschwerden in verschiedenen organen kommen, z.b. wird die haut papierdünn, die körperbehaarung fällt
aus, schmerzen treten auf oder es kommt zu rheumaähnlichen beschwerden bis zur entwicklung einer arthritis.
wichtig ist, dass eine antibiotika-therapie nur zur vollständigen ausheilung führt,
wenn die erkrankung frühzeitig erkannt
wird! |
2.2 FSME
die frühsommer-meningoenzephalitis (kurz FSME) ist die wichtigste durch zecken übertragene, virusbedingte erkrankung des
menschen in Europa. meistens gelangt der virus durch den stich einer zecke ins blut der menschen. allerdings wird der virus
auch über die milch von befallenen schafen und ziegen übertragen, wenn sie nicht ultrahoch erhitzt wird. der virus vermehrt
sich zunächst an der stichstelle und in den umliegenden lymphknoten. anschließend breitet er sich über den blutkreislauf
über den gesamten körper aus und es kommt zur virusvermehrung in verschiedenen organen. im zentralen nervensystem (ZNS) kann
er nervenzellen zerstören. 7 bis 14 tage nach dem zeckenstich treten grippeähnliche krankheitserscheinungen auf, die mit
hohem fieber verbunden sind. nach vorübergehender rückbildung der beschwerden markiert wenige tage später ein erneuter
fieberanstieg den befall des ZNS. es kann nun zu einer hirnhautentzündung (meningitis) oder zum virusbefall von hirnhäuten
und gehirn (meningoenzephalitis) mit bewusstseinsstörungen und in extremfällen bis hin zum koma kommen.
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FSME kann bei kindern zu schweren verläufen führen, seltener bei erwachsenen. |
2.3 übertragung
zu beachten ist hier, dass die FSME-viren mit dem beginn des saugens der zecke sofort übertragen werden. die erreger der
borreliose (borrelien) dagegen werden erst nach geraumer zeit des saugens übertragen, wobei das übertragungsrisiko erst
nach 24 stunden stark ansteigt.
2.4 impfung
die FSME-impfung wird allen empfohlen, die in einem FSME-risikogebiet wohnen oder dorthin reisen und sich gerne in der natur
aufhalten. ganz besonders ans herz gelegt wird die impfung älteren menschen, da bei ihnen der verlauf der FSME deutlich
schwerer ist
die gegenwärtig auf dem markt befindlichen FSME-wirkstoffe sind gut wirksam und vor allem sehr sicher. da sich in den
impfstoffen nur vollständig abgetötete FSME-viren befinden, kann es niemals zu einer erkrankung nach der impfung kommen.
als begleiterscheinungen können unter umständen kopf- und muskelschmerzen, müdigkeit und ein leichtes krankheitsgefühl,
welches in der regel innerhalb von 24 stunden wieder verschwindet, auftreten. schwerere nebenwirkungen, die aber auch
vollständig ausheilen, werden bei jedem millionsten impfpatienten beobachtet. selbst bei den kinderimpfstoffen wurde eine
gute verträglichkeit nachgewiesen.
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die möglichkeit, sich gegen borreliose impfen zu lassen besteht nicht!
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3. krankheiten beim hund
3.1 borreliose
die lyme-borreliose tritt beim hund seltener auf als beim menschen. die erkrankung des hundes beginnt häufig mit einer
wanderröte, welche insbesondere bei hellhäutigen hunden unter dem fell gut sichtbar ist. häufigste symptomatik sind
gelenkentzündungen, die zu späterer lahmheit führen können. weitere anzeichen für eine borreliose-erkrankung sind
schwellungen der regionalen lymphknoten. auch nieren und herz können von der erkrankung betroffen sein.
insgesamt muss allerdings gesagt werden, dass der wissensstand im bereich der
veterinärmedizin noch nicht ausreichend weit entwickelt ist!
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3.2 FSME
die symptomatik ähnelt der beim menschen. die FSME ist beim hund eine eher seltene erkrankung. wenn sie auftritt, ist sie
allerdings häufig so schwer, dass ein einschläfern notwendig wird.
3.3 babesiose
diese schwere erkrankung wurde früher ausschließlich aus südlichen ländern importiert. inzwischen hat sich die auwaldzecke,
die den erreger überträgt, über weite teile Deutschlands ausgebreitet. bei der infektion des hundes mit dem erreger
(babesia canis) werden die roten blutkörperchen zerstört und anämie und gelbsucht sind die folge. deshalb spricht man auch
von hundemalaria. unbehandelte tiere sterben nach wenigen tagen. die ausbreitung des babesiose erfolgt sehr rasch, da die
erreger bereits an die nächste zeckengeneration weitergegeben werden und nicht über einen anderen zwischenwirt. eine
medikamentöse behandlung ist möglich (antiprotozoika). zudem kann in schweren fällen eine bluttransfusion durchgeführt
werden.
3.4 anaplasmose
der bakterielle erreger (anaplasma phagocytophilum) wird wie FSME und borreliose durch den femeinen holzbock übertragen.
er zerstört die weißen blutkörperchen des hundes. symptome sind fieber, gewichtsverlust, schlappheit, schwellung an den
gliedmaßen, beeinträchtigung des ZNS sowie gelenkentzündungen. therapeutisch werden antibiotika eingesetzt. in Deutschland
kann ca. jede zwanzigste zecke diese krankheit übertragen.
3.5 impfung
gegen die lyme-borreliose des hundes wurde in Deutschland der impfstoff Merilym zugelassen.
dieser impfstoff wurde aber nur an beagles getestet und bezog sich lediglich auf eine in
Europa sehr selten vorkommende borrelien-spezies!
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forscher vermuten, dass die geimpften hunde gegenüber den viel häufiger vorkommenden borrelien-arten keinen impfschutz haben.
allerdings gibt es dazu noch keine exakten daten. bei den getesteten beagles erwies sich der oben genannte impfstoff für
diesen speziellen erregertyp als wirksam. ob er bei anderen hunderassen auch wirkt, ist unbekannt, da es dazu keine
ausgedehnten studien gibt. außerdem wird vermutet, dass viele hunde mit lyme-borrelien infiziert sind, ohne zu erkranken.
letztendlich stellt eine impfung aber keinesfalls einen sicheren schutz des hundes vor allen zecken bzw. der damit
einhergehenden gefahr einer krankheitsübertragung dar. weiteren schutz vor zecken bieten spot-on-produkte, diverse
ätherische öle und nahrungszusätze. aber auch hier muss beachtet werden, dass deren wirkungsspanne von allergischen
reaktionen und sonstigen nebenwirkungen bis hin zu gar keinem erfolg reichen kann. die anwendung der produkte sollte
stets auf den einzelnen hund abgestimmt werden.
egal ob man sich für oder gegen eine impfung entscheidet, sollten daher stets alle seiten
genau überdacht werden.
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ein für die anwendung am hund zugelassener impfstoff gegen FSME existiert nicht. in Österreich, das ein hochrisikogebiet ist,
werden hunde nach einverständniserklärung des besitzers mit einem menschlichen impfstoff geimpft.
4. risikogebiete
(graphik aus: www.zecken.info)
im gegensatz zum eher regionalen auftreten von FSME kommt borreliose überall dort vor, wo es zecken gibt.
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Würzburg stellt für borreliose ein hochrisikogebiet dar, für FSME ein risikogebiet!
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literatur
- http://www.zecken.info
- Fischer, Ute und Bernhard Siegmund:
Borreliose - Zeckeninfektion mit Tarnkappe.
Leipzig: S. Hirzel Verlag Stuttgart. 2. Auflage 2003.
- Süss, Jochen:
Zecken. Was man über FSME und Borreliose wissen muss.
Propyhylaxe. Impfung. neueste Behandlungsmethoden.
Kreuzlingen/ München: Heinrich Hugendubel Verlag 2007.
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